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MGV 1950 Brabecke
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Geschichte

Die erste urkundliche Erwähnung Brabeckes geht zurück auf das Jahr 1203. Damals lebten drei Ritter, Albert und Leonius von Brabecke und ein Ritter Herbold von Meschede, samt ihren Familien und ihrem Gefolge in Brabecke. Ab 1326 wird Brabecke als Filiale der Pfarrei Bödefeld genannt. Zu diesem Zeitpunkt verschwinden die Ritter von Brabecke aus den Quellen. Am 3. April 1328 hat Ritter Godard von Meschede ein festes Haus oder eine kleine Burg in "Brachbeks" gebaut. Er unterstellt sie den Grafen Wilhelm und später Gottfried von Arnsberg als Lehnsherren. Sie soll mit Veränderungen bis 1740 gestanden haben. 1427 werden erstmals fünf Höfe für Brabecke genannt: Gardemann, Nolleke Schepper, De Grote Evert, Nolle und Hennen Cordes, auch die Westernbödefelder Mühle gehört dazu. 1439 verpflichtet Dietrich von Meschede die Brabecker Abgaben an die Pfarrei Bödefeld zu zahlen. 1471 verlegte Dietrich seinen Sitz nach Alme. In Brabecke blieben als seine Vertreter die Vögte. Über Jahrhunderte hinweg war Brabecke ein kleines Dorf, dessen Bewohner fast ausschließlich von der Landwirtschaft lebten. Mitte des 18. Jahrhunderts gab es neben Landwirten und Waldarbeitern, einen Schneider, einen Schuhmacher, einen Hufschmied und einen Stellmacher/Wagner. In dieser Zeit wurde viel neu gebaut und auch die Kapelle erheblich erweitert. Einen weiteren Aufschwung nahm das Dorf mit dem Bergbau in Ramsbeck ab der Mitte des 19. Jahrhunderts. Ein ganz anderer Wirtschaftsbereich erlebte Anfang unseres Jahrhunderts einen kurzen Boom: Die Sensenhändler, die aus Brabecke heraus oft mehrere hundert Kilometer gereist sind, um ihre Waren an die Kunden zu bringen. Die Sensenhändler waren auch die ersten, die im Dorf in den 30iger Jahren Automobile besaßen, was nicht nur nützlich für ihren Beruf war, sondern auch auf einen bescheidenen Reichtum hinweist. 1924 entschied das Dorf eine neue Schule (heute Haus Nr. 29) zu bauen, so dass die Kinder nicht mehr im Winter über die Schlah nach Bödefeld laufen mussten. 1970 wird die Grundschule geschlossen. Brabeckes Nachwuchs musste nun in die Grundschulen nach Ramsbeck und Bödefeld, in die Haupt- und Realschule nach Fredeburg oder die Gymnasien in Meschede. Brabeckes Aussehen veränderte sich vor allem Anfang bis Mitte der 70iger Jahre durch die Flurbereinigung, die Aussiedlung von drei Bauernhöfen und die Umsiedlungen infolge des Ausbaus der L776.






Für den Kunstreiseführer von DuMont zum Sauerland ist die Brabecker Kirche ein "barock überarbeiteter, aber immer noch ganz romanisch geprägter Bau". Die ersten Belege für eine Kirche in Brabecke gehen denn auch auf das Jahr 1230 zurück. Für die damalige Zeit soll es mit 7,8 mal 16 Metern eine recht große Kirche gewesen sein. 1230 schon erhielt sie auch ein Deckengewölbe. Die Malereien stammen ebenfalls aus dem 13. Jahrhundert. Sie zeigen Verwandtschaft mit denen in der Kirche St. Maria zur Höhe / Hohnekirche in Soest. Vermutlich hat ein in Brabecke lebender begüterter Grundherr, der die Soester Malereien kannte, den Maler dort auch für Brabecke engagiert. Fragmente der Malereien wurden in Mitte des 20. Jahrhunderts freigelegt, restauriert und "sinnvoll ergänzt" . Der nächste große bauliche Schritt war 1746 der neue Altar von Johann Frohen aus Brilon. Den Brabeckern soll er aber nicht so gut gefallen haben, so dass sie ihn von Wilhelm Sinn aus Fredeburg 1757 bearbeiten ließen. "Eine originelle Behandlung der Bildmotive" bescheinigt ihm der DuMont. Zur gleichen Zeit, 1754 bis 1757, wurde der Turm an die Kapelle angebaut. Der Brabecker Hofbesitzer Knipschild hat sein Gerüst gezimmert. Mit viel Eigenleistung und Geld der Dorfbewohner wurde der Turm dann vollendet. Von 1956 bis 1958 baute die Dorfgemeinschaft die Sakristei an die Kirche an. 1958 folgte ein neues Kriegerehrenmal. 1986 begannen die Planungen für die Renovierung der Kapelle. 1992 war sie abgeschlossen. Zu den 650.000 Mark Kosten haben die Brabecker 20 Prozent beigetragen, mit Spenden und mit eigener Arbeit. In mehreren tausend Arbeitsstunden wurden die Fundamente freigelegt, der Fußboden entfernt und neu verlegt und auch die Fassade renoviert. Außerdem wurde der Platz vor der Kirche neu gestaltet und mit Natursteinen gepflastert. Ab 1929 dürfen die Brabecker in der Kapelle von November bis zum Palmsonntag eine eigenen Messe organisieren. Gelesen wurde sie zunächst von einem Dominikaner aus Warburg, ab den 50iger Jahren von einem Benediktiner aus Meschede. Die Regelung galt bis 1993 und wurde dann gegen heftige Proteste der Brabecker abgeschafft. Jeden zweiten Dienstag wird auch heute noch eine Messe vom Bödefelder Pfarrer in der Brabecker Kapelle gelesen.

Zur Kirche gehört ein kleiner Friedhof. In alten Zeiten waren die Toten aus Brabecke noch zur Ur-Pfarrei nach Wormbach gebracht und dort bestattet worden. Im Laufe der Jahrhunderte erhielt dann Brabecke einen eigenen Friedhof.